Russell

GKD12-Blog, Teil 4: Bertrand Russell

Mit 4 Stunden Arbeit am Tag in eine glücklichere Zukunft für alle?

Den Traum vieler Arbeitnehmer hielt der am 18. Mai 1872 bei Trellech, Monmouthshire geborene Mathematiker und Philosoph Bertrand Russel schon 1935 als Vision einer glücklicheren Welt in seinem Essay „Lob des Müßiggangs“ fest.

Durch verkürzte Arbeitstzeiten wäre es laut ihm vielen Menschen seit langem wieder möglich, Freude und Glückseligkeit in ihrem Leben zu finden, welches zuvor unter dem hohen Arbeitspensum schlicht vergessen worden sei.

Doch hat seine Vision tatsächlich nur Vorteile für alle?

Der Weg zum Glück liegt in einer organisierten Arbeitseinschränkung.“ Dieser Satz stammt von Bertrand Russell, der schon zu seiner Zeit eine Welt beschrieb, in der die Menschen nur eine 20-Stunden-Woche haben. Im Angesicht der heutigen Lage mit der Industrie 4.0, bei der noch viel mehr Automatisierung stattfinden wird und in deren Folge Arbeitsplätze und Jobs massiv abgebaut werden, hat also der 1935 geschriebene Text nicht an Aktualität verloren. Eine große Reduzierung der Arbeitszeit könnte ein Weg sein, solch großen Veränderungen zu begegnen. Laut Russell könnte die frei werdende Zeit verwendet werden, um sich selbst zu verwirklichen in z.B. Forschung, Malerei oder dem Schreiben. Außerdem würde es so laut Russell wieder Glück und Lebensfreude geben statt nervöser Gereiztheit und Übermüdung.

Eine 20-Stunden-Woche könnte auch tatsächlich zu mehr Produktivität führen, da die Arbeitnehmer sich hier viel intensiver mit der Arbeit beschäftigen würden, weil sie ausgeruhter, konzentrierter und aktiver an die Arbeit gehen würden. Des Weiteren hätten Menschen in einer Ehe oder Beziehung so deutlich mehr Zeit füreinander. Auch hätte man mehr Zeit für die Familie. So könnten junge Eltern zum Beispiel viel aktiver in den jungen Jahren an der Entwicklung ihrer Kinder teilhaben und sind nicht genötigt, ihre Kinder im Säuglingsalter schon zur Kita oder Krippe zu schicken. All dies könnte sich so auf die Zufriedenheit der gesamten Bevölkerung auswirken.

Aber davon auszugehen, jedes Arbeitspensum ließe sich so mir nichts, dir nichts in weniger Zeit erledigen, ist natürlich Quatsch. Am Ende kommt es darauf an, um was für einen Beruf es sich handelt. Auf einer Pflegestation beispielsweise, wo eine kontinuierliche Betreuung gewährleistet sein muss, wird für jede Pflegekraft, die nur 20 statt 40 Stunden arbeitet, eine zweite Pflegekraft eingestellt werden müssen, um das Pensum zu erreichen. Ähnlich ist das bei Berufen wie zum Beispiel Polizei oder Feuerwehr, aber auch in Service-Centern.

Positiv könnte sich eine solche Umstellung auch auf den Verkehr auswirken, da es keine klassischen Rushhours mehr geben wird, dies führt zu weniger Stau und somit wirkt es sich sogar positiv auf die Umwelt aus. Des Weiteren könnten die verlängerten Öffnungszeiten am Abend und an den Wochenenden reduziert werden, weil die Menschen tagsüber mehr Zeit hätten. Dies wäre auch fairer für die Angestellten in den Supermärkten, die häufig bis spät in die Nacht arbeiten müssen. 

Und was haltet ihr von einer 20 Stundenwoche? Klingt das für euch nach einer guten Idee? Schreibt eure Meinung gerne in die Kommentare unter den Blogeintrag.

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